15. Oktober 2026

Unsere Berufe in die Zukunft führen

Ein Rundgang und Gespräch mit Konrad Bruttel über seine Rolle als Gesamtprojektleiter Neubau, bauliche Fortschritte und aktuelle Meilensteine

«Für uns ist der Neubau eine einmalige Möglichkeit, uns strategisch neu auszurichten und gewisse Themen komplett neu zu denken. Dass wir hier drei Standorte vereinen und alle Berufe unter einem Dach haben werden, wird ganz neue Möglichkeiten für die Zukunft eröffnen.» Konrad Bruttel, Gesamtprojektleiter Neubau sowie Leiter Berufliche Praxis bei aprentas, sieht das neue Ausbildungszentrum in Muttenz als grosse Chance.

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Schnittstelle

Seine Funktion als Gesamtprojektleiter Neubau beschreibt Konrad Bruttel als Schnittstelle zwischen den zukünftigen Nutzern und denjenigen, die das Ausbildungszentrum bauen. Man müsse auf Nutzerseite die Bedürfnisse abholen und möglichst genau herausfinden, was es alles braucht, damit das Gebäude funktioniert. Dabei helfe die Bauherrenberatung durch die Beratungsfirma Planconsult. Auf der strategischen Ebene, auf der es unter anderem um Kosten und Kommunikation gehe, sei das Steuergremium mit Vertretern des aprentas-Vorstands der Ansprechpartner. «Es ist ein Zusammenführen all dieser verschiedenen Parteien und Aspekte», bringt er seine Funktion auf den Punkt.

Konrad Bruttel im zukünftigen Biologielabor im Neubau. Beide Fachrichtungen, Biologie und Chemie, werden mit neuen Laboreinrichtungen ausgestattet.

Inzwischen ist sie vom Gerüst befreit und kommt im Lichthof schon sehr gut zur Geltung: Die Wendeltreppe verbindet nicht nur Stockwerke, sondern auch Berufswelten.

Dies bedinge natürlich einen gewissen Gesamtüberblick, hält Konrad Bruttel fest, und es gelte, die Kosten und Termine – die nach wie vor auf Kurs seien – im Blick zu behalten. Die Vielfalt, die Komplexität und die Dimension dieses Projekts faszinieren ihn. «Ein Teil eines so wichtigen Projekts für aprentas sein zu dürfen, gefällt mir sehr: mitreden, mitgestalten, einen Beitrag leisten zu können zum Gelingen dieses Projekts, das ziemlich einmalig ist in der Geschichte unseres Unternehmens.»

Gegenüber der zukünftigen Automationswerkstatt wird Berufsfachschulunterricht stattfinden

Ein Gebäude für die Zukunft

Die Kunst sei, ein Gebäude zu planen, das am Schluss funktioniere. Dieses Funktionieren in etwas hineinzudenken, das es noch gar nicht gibt, sieht er als eine der schwierigsten Aufgaben wohl für alle, die nutzerseitig irgendwo mit dem Projekt in Berührung gekommen sind. Man brauche eine gute Vorstellungskraft und müsse sich immer wieder fragen: Was sind eigentlich die Bedürfnisse der Mitgliedfirmen, der Lernenden, der Mitarbeitenden, was sind vielleicht auch neue Technologien, die in Zukunft eingesetzt werden? «Denn wir bauen dieses Gebäude nicht, um den Moment abzubilden, sondern um unsere Berufe in die Zukunft zu führen. Das ist ein Aspekt, den man nicht unterschätzen darf.»

Naturwissenschaft trifft Technik: Das Multi-LAB schafft Raum für berufsübergreifende Projekte

Die Maschinenwerkstatt im Erdgeschoss für die mechanische Ausbildung ist noch nicht als solche erkennbar; die Maschinen aus dem Ausbildungszentrum Klybeck werden weiterverwendet und deshalb erst im Sommer 2027 in die neuen Räumlichkeiten gebracht.

Herausforderung Haustechnik

Der Mieterausbau ist inzwischen sehr weit fortgeschritten. Als nächster Meilenstein folgt die Inbetriebnahme des Gebäudes. Das bedeutet vor allem Funktionskontrollen und Abnahmen im Bereich der Haustechnik wie zum Beispiel Lüftung, Elektronik und sanitäre Installationen. Bei allem muss getestet werden, ob es funktioniert und richtig zusammenspielt. «Das ist sehr komplex in diesem Gebäude», sagt Konrad Bruttel. «Die Haustechnik und die Gebäudeautomation sind eine riesige Thematik. Das hat eine wesentlich grössere Dimension, als ich mir das anfangs vorgestellt hätte.» Als eine kleinere Thematik, als er zum Zeitpunkt der Baueingabe erwartet hätte, habe sich hingegen die Anzahl Einsprachen erwiesen: Es gab nämlich gar keine.

Nach dem ausserordentlich heissen Sommer werden sich manche fragen, wie das neue Gebäude gegen Wetterextreme gewappnet ist. Konrad Bruttel ist zuversichtlich, dass das Arbeiten diesbezüglich angenehmer sein wird als an den alten Standorten. Er nennt zwei Elemente, die im Neubau, der den Minergie-Standard erfüllt, die Kühlung sicherstellen werden: zum einen Heiz-/Kühldecken und zum anderen die Lüftung, die mit Hilfe des Verdunstungsprozesses von Wasser eine passive Kühlung bewirkt. So werde im Sommer wie im Winter die Temperatur über alle Stockwerke gut ausgeglichen.

Auf den Neubau!

«Ich freue mich sehr darauf, mit allen Kolleginnen und Kollegen und den Lernenden in einem so tollen neuen Gebäude zusammenzuarbeiten», sagt Konrad Bruttel. «Und ganz besonders auf den Moment, wenn wir miteinander auf der Dachterrasse des Gebäudes auf den Erfolg dieses Projekts anstossen werden!»

Fotos und Video: Daniele Ciociola

Auch die Dachterrasse eröffnet neue Horizonte






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